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Der schwarze Hase oder das Killerkaninchen aus Schwabegg

Eine Geschichte von Oliver Rödig

Lies eine Geschichte, die sich im Jahr 1738 in Schwabegg um Ostern herum zugetragen haben soll:  Ein  süßes kleines Kaninchen und dessen Mutation zum Killerkaninchen wird dich fesseln…

1. Kapitel- Wie Has und Maus

Erwin Hocklington war ein weltberühmter Erfinder aus Schwabegg, der im Jahr 1738 lebte. Damals war Schwabegg noch ein kleiner Vorort, der winzig auf vielen Karten eingezeichnet war. Erwin soll viele Erfindungen gemacht haben, so hatte fast jede Familie einen Roboter, der den Abwasch erledigte, Bademäntel mit Heizung, drehbare Fernseher, elektrische Hausschuhe, Besen, die von selbst kehrten und Haustiere aus Metall. Nun gab es da aber eine Familie, die nicht so reich war, um sich das alles kaufen zu können. Das waren die Anbloffs, die als Haustier nur ein kleines Kaninchen, das Snowi hieß, hatten. Snowi hatte seine eigene Hütte, sein eigenes Stoffkissen, seinen, eigenen kleinen Schlafplatz im Garten und seinen eigenen kleinen Schrank der vollgestopft mit Kaninchenfutter war. Eines abends waren Megan und Nick allein im Haus und schalteten auf dem Fernseher ihre Lieblingskanäle ein, als sie auf die GRUSELSEITE kamen. Sie fingen an einen Frankensteinfilm anzusehen und während sie den Film sahen, wünschte Nick sich immer mehr, irgendetwas zum Leben zu erwecken. Dann hielt er es nicht mehr aus, rannte auf den Speicher und holte Kabel, spitze Schrauben und eine tote Maus herunter. Megan kreischte, als sie die tote Maus vor sich liegen sah. „Ihhhhh! TU DIESES EKELHAFTE VIECH WEG!“, kreischte sie, doch in diesem Moment nahm Nick das Kabel, steckte es in eine Steckdose und klemmte das Überbrückungskabel an die Schrauben, die mittlerweile im Hals der Maus steckten. Und tatsächlich… das Kabel fing die Elektrizität ein und helle Lichtblitze flossen durch das Kabel, die Maus begann sich zu bewegen und dann… kam Snowi rein und biss in das Kabel.

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Der Raum glühte und Snowi wurde durch den Raum geschleudert. “ PASS DOCH AUF WAS DU MACHST!“, schrie Megan, als Snowi sich aufrichtete… und sein Fell pechschwarz war, ihm lange Krallen und ein großes, mit scheußlichen Zähnen bewaffnetes Maul wuchsen. Snowi hatte sich in ein Horrorkaninchen verwandelt. Er wurde mit der Maus gekreuzt! „Snowi?“, fragte Megan leise. Als das „Kaninchen“ seinen Namen hörte, wurde es fuchsteufelswild und fing an schauerlich zu brüllen. Der Nachbar Mr. Sheswick beugte sich zum Fenster hinaus und rief: „HIMMEL, PIEP UND ZWIRN, HIER WOLLEN LEUTE SCHLAFEN!“ Während er sich Sorgen um seinen Schlaf machte, wichen Nick und Megan zurück und Snowi, der mittlerweile 2,15 Meter groß war, kam bedrohlich näher. Er blies sich auf, sodass ein Laut zu hören war, der  an einen lauten Rülpser erinnerte. „ROAR!!!!“, brüllte Snowi und sprang zum Fenster hinaus in die Nacht! Mr. Sheswick wurde so zornig, dass er sich zum Fenster rausbeugte und schrie: „HIMMEL HERRSCHAFT! BRINGT IHR DENN GAR NIX HIN! EUER BLÖDES KANINCHEN SOLL DEN MUND HALTEN! ZEIGT MIR SOFORT… warum……“ Weiter kam er nicht, denn vor ihm stand jetzt auch schon Snowi und sah ihn mit einen seltsamen Blick an, der wohl „Sei ruhig!“ heißen sollte. „ähh…… urkss……..w…e….vvvvvv….ohh…ähhhhhhhhhh…?“, brachte Mr Sheswick heraus. „SNOWI! Komm da SOFORT runter!“, schrie Nick, der das sich am Dach des Nachbarhauses festkrallende Kaninchen sah. Snowi sprang herunter, aber nicht zu Nick und Megan, sondern über den Zaun des Nachbarhauses und hinter zu Bauer Otfrieds Bauernhof. Mr. Sheswick fiel in Ohnmacht und rollte über das Dach in den Garten. Jeden Moment würde er vom Dach fallen! Doch er fiel in ein Trampolin und blieb dort liegen. Megan und Nick aber machten sich auf die Suche nach Snowi.

2. Kapitel – Auf dem Bauernhof

Die Pflanzen schnitten in die Haut der beiden Kinder. Nick und Megan bahnten sich einen Weg durch die Felder mit Mais, Meerettich, Spargel und vielen anderen Gemüsearten. Vor der Vogelscheuche mitten im Feld erschraken sie so sehr, dass sie 2 Minuten zum Abregen brauchten. Dann sahen sie die kleine Farm unten an einem Berghang stehen. Sie war sehr alt und rissig und das Dach war schief, aber in der Hütte war es warm. Sie war so klein, dass der Bauernhof nur einen Hund, drei Schäfchen und sechs Hühner dort halten konnte. „Sag mal, wie lang laufen wir jetzt schon?“, fragte Megan. „Äh….. 20 Minuten“. „ZWANZIG MINUNTEN!“, rief Megan. „SCHhhhh!“, zischte Nick. „Bauer Otfried muss das doch n…!“  „Icht hören?“, fragte Bauer Otfried, der hinter den beiden Kindern stand und sie freundlich anlächelte. „Ähh…ja weil wir wollten wissen, ob… nun ja… ich weiß nicht, ob wir es Ihnen erzählen können“, stotterte Nick. „Mir könnt ihr alles erzählen… solange ihr nicht lügt!“, sagte der Bauer. Nachdem die Kinder die Geschichte erzählt hatten, setzte sich Bauer Otfried auf eine Bank vor dem Stall, in dem die Schäfchen lebten. Nick und Megan erwarteten eine vernünftige Antwort, doch der Bauer sagte nur: „Wollt ihr `nen Tee haben? Zur Abregung!“ Die Kinder schauten sich an und verdrehten die  Augen. „Also habt ihr eine Hasen-Ratten-Oster-Bestie erweckt???“, fragte der Bauer nach. „Ja“, sagten Nick und Megan wie aus einem Mund. „Interessant. SEHR INTERESSANT! AHAHAHAHAHAHAHHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA! ICH LACH MICH TOT! ÜHÜHAHA!, lachte der Bauer. Natürlich nahm er den Kindern das nicht ab. „Aber…so glauben Sie uns doch!“, rief Nick. “  ICH…  Ichg glaub euch ja  ABER NICHT OHNE BEWAI AHAHAHA BEWAIS!  HHHHAAAA!“ Der Bauer spuckte über den Boden und wälzte sich herum bis seine Jacke zeriss. Er sah die Kinder an. Plötzlich stotterte Nick und sah hinter Bauer Otfried: „Sie wollen einen Beweis? Er steht hinter Ihnen!“ Der Bauer drehte sich um und blickte auf Snowi, der hinter ihm stand.

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“ RHRHRHRHR….grunz ……………………. roaar.. errrrraaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaar!“, sagte Snowi und hieb mit der Pranke aus und traf alle drei gleichzeitig. Allen wurde schwarz vor Augen als sie spürten, wie Snowi sie packte und davonzerrte!

3. Kapitel- Die Wunderhöhle

Lange Zeit schienen sie tot zu sein. Sie lagen auf dem eiskalten Steinboden einer Höhle und regten sich nicht. Als Nick erwachte, lagen Megan und der Bauer auf dem Boden neben ihm. Und vor ihm war Snowi. Snowi sah genauso bestialisch und furchterregend aus wie vorher. „RRRRRRRROOOOOOOOOOOOOOOAAAAAAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRR!“, brüllte Snowi und sah sie mit einem gruseligen  Blick an. Wenn Blicke töten könnten, wären Nick, Megan und der Bauer jetzt drei ziemlich tote Wesen. „SNOWI! JETZT WERD DOCH ENDLICH VERNÜNFTIG!“, brüllte Nick plötzlich das Kaninchen an. Es sah ihn verdutzt an und hechelte auf einmal total unheimlich. „RRRRRRRRRRRRRRRR! FAUCH!“, krächzte Snowi. Während die drei beteten, dass Snowi sie nicht zerreißen würde, war auch ein Höhlenforscher in der Höhle unterwegs. „rrr ahhrrr buhaharr…“, hörte er aus einer Höhlenecke. “ Fiffi, sei stat!“, sagte er und lauschte. Fiffi, ein kleiner Dackel, der neben dem Forscher hin-und herdackelte, lauschte ebenfalls und kratzte sich dann am Ohr. “ Herst des a?“, fragte der bayrische Höhlenforscher. „Wau, wauuuu wauuu wauuuuu!“, bellte der kleine Dackel. “ Des host a k`hert? Guat! Dann samma zwo Augnzeugna! Dann gei ma zammert….. ja WO LOFSD`N HI ?!“, schrie der Forscher, doch schon riss sich Fiffi von der Leine los und jagte dem Geräusch hinterher. Snowi, der mittlerweile über 2,20 m groß war, wandte sich dem kleinen nur ca. 8,5 cm großen Fiffi zu. Er schlug mit der Pranke aus und spürte den furchtbaren Schmerz, den ein Biss von Fiffi verursacht hatte. Da fiel der kleine Hund über das Monster her, biss, trat und tötete es sogar fast. Es wälzte sich rundherum durch die ganze Höhle. Derweil brachte der Forscher die drei Kameraden in Sicherheit. „Wer sind Sie?“, fragte Megan. „Ich bin Höhlenforscher Felix Stoingold!“, erklärte der Forscher. „Warum wussten Sie, dass wir hier sind?“, fragte Nick. „Weil… Ich mal Fiffi geteilt durch Brüller mal Riesenkaninchen plus Angriff minus Rettung geteilt durch dunkle Höhle“, sagte Felix und fing an, eine sehr komische Rechnung mit einem Textmarker an die Höhlenwand zu schreiben. „Äh, Felix. Alles klar mit dir? Sollen wir einen Notarzt rufen?“, fragte Megan besorgt. „SCH! I bi grod konzentriert! Also nomeu… Hase mal 7,5 geteilt durch 12 , dann spring ich im Rechteck plus 80,359 = ABHAUEN!“, schrie Felix, doch da war es schon zu spät. KRACH. SPLITTER. Mit ohrenbetäubendem Lärm brach die Decke der Höhle ein und da sprang das riesige Kaninchen zu ihnen hinüber. „RRRROOOOOOAAAAAARRRRR!“, brüllte Snowi und  rannte hinter ihnen her. Während sie rannten, holte Felix einen kleinen pinken Notizblock raus und kritzelte wieder an den Rechnungen herum. „Äh…………….LINKS!“, schrie er und alle bogen links ab. „RRRR……………………….NEIN LINKS!“ Wieder bogen alle links ab. „ÄHM ………………….LINKS!“ „LINKS!“ „LINKS“ “ LINKS“ “ LINKS!“ Immer wieder links. Felix hing an einer Rechnung. „ÄH……äh“ „LINKS!“, schrie Megan. „NEIN! RECHTS!“, rief Felix nun. Sie rannten in der Eile gegen eine Höhlenwand und eine Platte verschob sich so, dass sie in einen anderen Teil der Höhle hineingefallen waren. „Aua. Das tut weh. Wie war das mit dem Notarzt?“, fragte Felix, der sich seinen verstauchten Knöchel hielt. Doch Megan und Nick hörten gar nicht zu, denn sie waren viel zu sehr damit beschäftigt, sich eine Höhle mit großen Ostereiern und goldenen Wänden anzusehen. “ WOW!“, sagten beide Kinder gleichzeitig. „Moment! Wo ist Bauer Otfried?“, fragte Nick. Doch da hörten sie Snowi draußen auch schon genüsslich schmatzen. Fiffi versteckte sich schnell noch tiefer unter Felix` Beinen. „W….zischel..kraas…..was iST DAS!“, fragte Felix. Die Höhle glänzte wundervoll.

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4. Kapitel- Der schwarze Hase

Boom! Die Wand brach ein und Snowi stürzte in die Höhle. Er sah die Menschen mit einem giftigen Blick an. „F…Felix…du kannst doch so gut rechnen…. wie stehen unsere Überlebenschancen?“, fragte Nick. „Äh…. 0 zu 4, höchstens 1 zu 4!“, sagte Felix. Der Hase hob die Pranke und traf Felix damit. Felix blieb liegen. „RROOOOAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRRRR!“, schrie das Biest. „Ich will nicht sterben!“, schrie Nick und klammerte sich an eine Felswand. Fiffi duckte sich und sprang in Snowis Arme. Das Kaninchen hielt die Pfote mit Fiffi direkt vor seine Brust und der Hund biss tief in das Herz der Bestie.

 

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Sie schrie auf und warf den Hund weg. In diesem Moment fing das schwarze Fell zu schmelzen an und dampfend wurde das Monster kleiner und kleiner, das Brüllen wurde zu einem sanften Quieken und das Maul mit den scheußlichen Reiszähnen bildete sich zurück. Dasselbe kleine, niedliche Kaninchen Snowi wie vor dem Unfall schlug die Augen auf. “ SNOWI! DU BIST WIEDER NORMAL!“, riefen die Kinder und knuddelten das Häschen erst mal gründlich durch. „HE….. Felix!“, riefen sie und der Forscher öffnete die Augen. „Hallo! Hab mi nur doad gschdöid!“  „Warum hast du falsch gerechnet?“, wollte Nick wissen. „Aha ihr habt mich durchschaut. Nun könnt ihr das hier in dieser kurzen ZEIT AUSRECHNEN!“, rief er und hielt den Kindern eine Rechnung hin. „2x 5/3 -3,8480%+ 6543,23$ -8,903213421331- 7698807% ‚38,7= ?“, fragte Nick, der die Frage durchgelesen hatte. „Ist nicht so wichtig!“ , sagte Felix. Am Ostersonntag waren alle zusammen in der Kirche und als es vorbei war, ging Felix nach Hause. Und was sah er da vor seiner Tür? Ein Osterkörbchen mit einem Etikett auf dem stand: „An Felix von 2 guten Freunden.“ Und da musste Felix verschmitzt lächeln.

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