Bayerische Rockstars

 

Ein Artikel von Oliver Rödig

Sie sind empfindsam, verletzlich und zerbrechlich. Sie sind Stars, manche sogar Mega-Weltstars. Und sie haben noch etwas gemeinsam: sie sind alle waschechte Bayern! Ok, ok, ok….. ich neige doch etwas zur Übertreibung. Zwei davon sind US-Amerikaner, verbrachten aber teilweise ihre Militärlaufbahn hier bei uns, einer sogar vor unserer Haustüre in Landsberg. Zudem hat einer dieser „Wahlbayern“ nachgewiesener Weise doch sogar deutsche Wurzeln. Na, kennt Ihr sie?

Zugegeben, die Verwirrtaktik ging gewiss auf. Daher endlich die Auflösung. Wobei…. nee, nur Spaß, hier sind sie:

Elvis Presley, Johnny Cash, Gerhard Höllerich und Klaus Sperber.

Über die beiden ersten bedarf es wohl keinerlei weiterer Worte. Es reicht lediglich, den Hut vor „WOW“ zu ziehen.

Gerhard Höllerich ist bekannt und berühmt als Roy Black. Gebürtig in Straßberg, ja genau, hier ums Eck. Er wollte eigentlich Rockstar werden, genau wie sein Vorbild Elvis. Sein Schicksal ließ ihn aber in der Schlagerwelt landen. Was ihn zeitlebens unglücklich ließ. Er starb 1991 mit gerade mal 48 Jahren.

Dazu noch eine kleine Anekdote. Mein Urgroßvater war Autohändler und hat im Jahr 1966 den damaligen Sportwagen Mercedes SL W113 Pagode

von Roy Black abgekauft. Den originalen Kaufvertrag davon und ein originales Bild vom Fahrzeug haben wir noch!

Der andere bayerische Sänger Klaus Sperber stammt aus dem Allgäu und ist besser bekannt unter dem Namen Klaus Nomi. Er ist gelernter Konditor aus Immenstadt.

Kennt Ihr nicht? Verständlich, da er hauptsächlich in Amerika berühmt ist! Er war eine schillernde Persönlichkeit, die durch ihr audio-visuelles Auftreten für Schlagzeilen sorgte.

Schaut Euch dabei am besten auf Youtube den Auftritt 1982 bei Thomas Gottschalk in der Sendung „Na Sowas“ an. Der sagt eigentlich alles. Gebt dazu einfach „Nomi Gottschalk“ ein.

Klaus Nomi hat eine für einen Mann sehr seltene hohe Gesangsstimme, die man mezzosopran nennt. Er bekommt aber auch tiefe Töne sehr gut hin. Das Interessante an seinen Songs ist zudem die Kombination von Elementen aus Oper und Pop/Rock. Auch er war bekennender Elvis-Fan.

Klaus Nomi kam Anfang der 80er Jahre raus und „schockte“ mit seinem Outfit, mit seiner Mimik und mit seiner Gestik die biedere Welt von Heimatfilm und Tatort.

All das machte ihn angreifbar und verwundbar. Genau zu der Zeit nämlich, als Klaus Nomi sich der Weltöffentlichkeit präsentierte, waren farblose (Anm. d. Verfassers: leider fällt mir das andere Wort mit –lose nicht ein) Muskelhelden wie He Man, Conan und Rambo gefragt. Lediglich in den USA durfte er „frei atmen“.

Er war seiner Zeit weit voraus. Was im engeren Sinne nichts anderes bedeutet, als dass man zeitgenössisch fehl am Platz zu sein scheint, verkannt wird und dann doch – meist posthum, also nach dem Tod – gefeiert oder zumindest doch akzeptiert wird.

Vielleicht ist der Künstlername Nomi auch ein Hilferuf: Nomi ! Know Me ! Komm kenn mich doch, bemerke mich, bitte beachte mich!

Seine Asche wurde 1983 über New York verstreut. Er wurde 39 Jahre.

Das Traurige an so etwas ist dann immer, daß diese Künstler zu Lebzeiten nichts von ihrer späteren künstlerischen Bedeutung und von ihrem späteren finanziellen Erfolg mitbekommen. Verdammte Zeit, verkannte Genies. Folglich sind auch seine Lieder sensibel, traurig und stimmen nachdenklich; dennoch, in Zusammenwirkung mit seiner außergewöhnlichen Gesangsstimme und dem schillernden Auftreten doch freundlich, faszinierend und einfach nur bombastisch.

Euer Oliver Rödig (Text : Oliver und Roland Rödig)

 

Youtubed bitte mal:

*Klaus Nomi – Simple Man

Klaus Nomi – Cold Song

Klaus Nomi ( Elvis Cover ) – Can`t help falling in Love

Klaus Nomi – Wasting my Time

*Johnny Cash – Hurt

*Roy Black – Ein kleines bisschen Zärtlichkeit

*Elvis – Can`t help falling in Love

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