Berlin 2025 – 10F on tour!

Eilmeldung!!

28 Schwabmünchner Schüler und Schülerinnen stürmen die Berliner U-Bahn!!! Was ist passiert?

Montag

Am 06.10.2025 ging es für die 10F mit dem Zug nach Berlin. Für 5 Tage durften wir die Stadt erkunden und unsicher machen. Über unsere Lehrerbegleitung haben wir uns sehr gefreut! Frau Wachter, Frau Stieb und Herr Schulz haben sich bereit erklärt, unsere letzte gemeinsame Klassenfahrt zu organisieren und uns zu begleiten!

So standen wir 28 Schüler/innen also am Montagmorgen am Bahnhof in Augsburg und warteten voller Vorfreude auf unseren ICE. Kaum saßen alle auf ihren Plätzen, haben wir die Zeit ohne unsere Eltern auch schon genossen, packten die Gesellschaftsspiele aus und lachten zusammen.

Gute 6 Stunden später stand die 10F inklusive Koffer und ohne Plan auf Bahnsteig 4 des Berliner-Hauptbahnhofs. Wie im Gänsemarsch wackelten wir unseren Lehrern hinterher, die ein klares Ziel verfolgten: Unser Hotel. Also ab in die Tram in Richtung Endstation Turmstraße, denn wir hatten noch einen wichtigen Termin einzuhalten: Den deutschen Bundestag! Also schnell ins Hotel, Zimmer verteilt, Koffer abgestellt und direkt wieder los. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zum Reichstagsgebäude. Wir machten einen kleinen Halt auf einer Brücke über der Spree und holten uns einen ersten richtigen Eindruck von Berlin.

Angekommen am wohl beeindruckendsten Gebäude Deutschlands mussten wir uns erstmal einer Sicherheitskontrolle wie am Flughafen unterziehen. Anschließend bekamen wir noch ein warmes Abendessen in der hauseigenen Kantine. Durch einen unterirdischen Gang gelangten wir vom Paul-Löbe-Haus direkt ins Reichstagsgebäude und lauschten einem sehr interessanten Vortrag auf den Besucher-Tribünen des Plenarsaals. Wir erfuhren Vieles über die Geschichte Deutschlands und die des Reichstagsgebäudes. Das Highlight des Tages war der Rundgang der berühmten Kuppel auf dem Dach des Hauses mit Rundblick über ganz Berlin bei Nacht. Nach dem geschossenen Gruppenfoto machten wir uns zurück auf den Weg ins Hotel Tiergarten, wo wir alle müde ins Bett fielen. (Oder auch nicht? 😉 )

Dienstag

Der Dienstag begann mit einer kleinen Wanderung durch das Viertel „Tiergarten“ und den eigentlichen Tiergarten. Der Weg führte uns durch die schöne Natur des Parks, vorbei an der berühmten Siegessäule, der Bismarck-Statue, dem Schloss- Bellevue, dem Sowjetischen Ehrenmals und zum Schluss direkt vors Brandenburger Tor. Anschließend durften wir in Kleingruppen losziehen und uns selbst um ein Mittagessen kümmern.

Wieder als ganze Klasse vereint liefen wir zum 2. Mal in Richtung Bundestag, da wir einen Termin mit Herrn Durz, dem Bundestagsabgeordneten für unseren Wahlkreis (Augsburg) hatten. Dort erfuhren wir viel über seinen Werdegang, seine Aufgaben im Bundestag und über sein Privatleben. Wir durften außerdem im Anschluss fragen Stellen, die wir uns im Vorfeld überlegt haben.

Nach einem kurzen Besuch beim Denkmal für die ermordeten Juden in Europa und ein paar Stunden Freizeit ging es für uns auch schon wieder zurück ins Hotel, wo wir uns fertig machten und uns dann gemeinsam zum 3-Gänge-Menü im hoteleigenen Restaurant versammelten.

Mittwoch

Am Mittwoch fuhren wir direkt nach dem Frühstück mit der U-Bahn zum Kurfürstendamm, wo wir die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche besichtigten, bevor es für uns zum wohl traurigsten Besuch unseres Aufenthalts ging: Dem jüdischen Museum. In einem verwirrenden System aus dunklen Wänden, hohen Mauern, endlosen Gängen und echten Antiquitäten konnten wir die Geschichte der hilflosen Juden während des 2. Weltkriegs selbst nachempfinden. In unseren Kleingruppen wanderten wir also Stück für Stück durch die emotional bewegenden Räume und Gänge.

Wieder im grellen Tageslicht angekommen, versuchten wir uns wieder auf das Jetzt zu konzentrieren und unsere Trauer am Museum zu lassen. Unsere Lehrer führten uns ein weiteres Mal durch die Stadt bis wir am berühmten „Checkpoint-Charlie“ ankamen. Nach einer weiteren Stunde Freizeit ging es für uns wieder in die U-Bahn: Zum Alexanderplatz. Für ca. 2 Stunden durften wir hier selbst shoppen gehen, essen gehen und das „Herz der Stadt“ erkundigen.

Am Abend hatten wir noch etwas ganz besonderes vor. Auf 203 Metern Höhe auf der Aussichtsplattform des Berliner Fernsehturms durften wir noch den atemberaubenden Blick über die gesamte Stadt genießen. Nach einem weiteren ereignisreichen Tag ließen wir ihn im Hotel mit bestelltem Essen und Spielen ausklingen.

Donnerstag

Unser vorletzter Tag begann wie so oft in der Tram. Wir fuhren zur Bernauer Straße, dem Ort, wo all die Morde an damalige, flüchtige Ostbürger begangen wurden, die versuchten, nach dem 2. Weltkrieg über die Berliner Mauer zu klettern, um ihr Leben in Freiheit auf der westlichen Seite verbringen zu können. Allerdings wurden auch die geglückten Fluchtversuche hier demonstriert. Eine kleine Gedächtniskirche, Teile der alten Mauer und zahlreiche Infotafeln unterstützten unseren Besuch sehr.

Direkt im Anschluss besichtigten wir noch den alten Stettiner Bahnhof, eine U-Bahn Station, die damals als Güter- und Personentransport zwischen Ostteil und Westteil diente. Also der perfekte Fluchtweg direkt nach der Teilung! Genau das dachte sich auch der Vater einer DDR-Familie. Wir erfuhren eine interessante Geschichte über diesen Mann, der seine ganze Familie durch einen alten U-Bahn Tunnel auf die andere Seite schmuggelte, ohne geschnappt zu werden.

Zurück am Hotel begann der wohl für uns spaßigste Teil der Fahrt. Wir durften uns, wieder in unseren Kleingruppen, den ganzen Nachmittag selbst beschäftigen. Einige zogen selbst durch die Straßen um noch mehr Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, andere testeten die gehyptesten Foodläden aus oder besorgten Verpflegung für die morgige Heimfahrt.

Der Abend stand vor der Tür und wir versammelten uns wieder vor dem Hotel. Nach einem Besuch im DDR- Museum ging es für uns alle in Richtung Peter Pane, einem Burgerladen direkt am Alexanderplatz. Allerdings war unser letztes gemeinsamen Abendessen der Reise nicht das Highlight des Abends, denn danach erwartete uns etwas sehr besonderes. Unsere Klasse teilte sich in 3 Teile auf; Ein Teil zu Frau Stieb, der andere zu Frau Wachter und der letzte zu Herr Schulz. Wir machten uns auf in die Dunkelheit – oder auch nicht? Nein, denn zur Zeit war das „Festival of lights“ in Berlin. Viele große Gebäude wie der Fernsehturm, die Universität, das Brandenburger Tor oder der Berliner Dom leuchteten in den buntesten Farben, führten Lichtershows auf und rundeten somit unseren Aufenthalt perfekt ab. Nach einem wundervollen Tag geht aber leider nun auch dieser schon zu Ende und wir fallen müde ins Bett…

Freitag

Unser letzter Tag begann auch heute, wie fast immer, in der Tram. Diesmal führte uns der Weg etwas weiter als gewohnt. Unsere Endhaltestelle war Berlin- Hohenschönhausen, denn vor unserer Abreise hatten unsere Lehrer noch etwas sehr besonderes für uns geplant: Der Besuch im Stasi Gefängnis. Ein Stasi Gefängnis ist eine Art Gefängnis der damaligen DDR. Die sogenannte Stasi (=Staatsicherheit) ist eine Geheimpolizei der Regierung, die ohne jeglichen Grund Menschen verhaften, ausspionieren und befragen durfte. Einer der meistgenannten Gründe, warum man von der Stasi verhaftet wurde, war der Versuch, aus dem Oststaat, der DDR, zu flüchten. Vor allem unsere Klassenleitung Frau Wachter wollte uns unbedingt eine Führung durch dieses Gebäude ermöglichen. So standen wir also wenig später auf dem Hof des Stasi- Inhaftierungstrakts. Nach einem kurzen Einführungsfilm führte uns ein echter Inhaftierter von damals durch die einzelnen Teile des Gefängnisses und teilte uns seine Seite der Geschichte mit, wie er blind verschleppt wurde, quälig behandelt und unter schlechtesten Bedingungen überleben musste. Man merkte stets die Trauer, die unseren Zeitzeugen, Michael Bradler, immer noch begleitet, der sein Leben eigentlich nur wie die Westbürger in Freiheit und Frieden leben wollte. Am Ende des Besuchs waren wir jedoch sehr froh, dass wir diesen Ort genauso einfach und schnell verlassen konnten, wie wir ihn anfangs betreten haben.

Nachdem wir aber auch den letzten Teil unserer Reise nun hinter uns hatten, gab es für uns nur noch ein Ziel. Bei einem letzten, kurzen Abstecher im Hotel holten wir unsere vorher gepackten Koffer ab und machten uns schnurstracks auf den Weg zum Hauptbahnhof, um unseren ICE nachhause zu bekommen. Die 6 Stunden Fahrt vergingen wie im Flug und im Handumdrehen standen wir auch schon wieder dort, wo unsere Abschlussfahrt vor 5 Tagen angefangen hatte.

 

So schnell gehen 4 gemeinsame Jahre unserer Klasse auch schon fast zu Ende. Genießt die Zeit, denn sie ist schneller vorbei als ihr manchmal vielleicht denkt. In ein paar Monaten werden wir alle unsere eigenen Wege gehen, doch wir werden uns mit großer Sicherheit noch sehr, sehr lange an unsere gemeinsame Schulzeit erinnern. Macht das beste draus, an eine schlechte Note wird sich schon bald niemand mehr erinnern, aber eine Klassenfahrt bleibt für immer! Ein riesiges Dankeschön geht außerdem an unsere Lehrer Frau Wachter, Herr Schulz und Frau Stieb für die aufwendige Planung und Ihr großes Engagement. Eine bessere Begleitung hätten wir uns nicht wünschen können!!!

 

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal,

~Tobi & Alea, im Namen der 10F