Mein Schulalltag (Gymnasium) – in Zeiten von Corona

Trigger Warning! Darstellung von negativen Gefühlen (fiktiv)

Wer hätte Anfang des Jahres gedacht, dass unser Leben so stark eingeschränkt werden würde? Also ich hatte damit sicher nicht gerechnet. Ich habe mit allem gerechnet, mit Stress, Druck, Langeweile, Schule und ganz besonders mit meinem Abitur (bin nach der LWRS aufs Gymnasium nebenan und schreibe weiter für 480°), aber damit, was uns nun seit März durchgehend begleitet, damit hätte ich nicht in meinen schlimmsten Albträumen gerechnet. Doch genau das ist passiert! Viele Lehrer als auch Schüler hatten auf ein halbwegs normales Schuljahr 2020/21 gehofft, aber durch die weiter fortschreitende Corona-Pandemie ist das leider nur bedingt möglich. Auch mein Schulalltag wird dadurch stark beeinflusst…

Duplex / Pixabay

Ein normaler Schultag wäre für mich, dass gegen 6 oder 7 Uhr mein Wecker schellt, welchen ich dann natürlich erst mal mindestens 5-6 mal in den Schlummer-Modus schalte, weil ich absolut keine Lust habe aufzustehen. Wenn es dann doch mal so spät ist, dass die Gefahr droht zu spät zum Unterricht zu kommen (was mir nie passiert – oder vielleicht auch doch) renne ich total übermüdet ins Bad um mich erstmal fertig zu machen. Dann packe ich in aller Eile meine Schultasche und hoffe, dass ich nichts vergessen habe, packe meinen Schlüssel und fahre im Auto zur Schule. Dort angekommen sitze ich einige Stunden (meist bis halb fünf), häufig auch mal gelangweilt, im Unterricht, höre mir das „Gelaber“ meiner Lehrer an und zwischendurch habe ich dann Freistunden, in denen ich mit Freunden entweder gemütlich auf den Sofas sitze oder in der Stadt bin… Wenn ich dann irgendwann daheim bin, habe ich selten Zeit für irgendwelche Freizeitaktivitäten, denn Schule hört für mich mit dem Schulgong nur selten auf. Also setze ich mich an meine Hausaufgaben und erledige diese – mehr oder auch mal weniger – gewissenhaft, danach muss ich auch noch lernen, denn Exen und Ausfragen bleiben uns nur selten erspart… Und damit endet eigentlich mein normaler Schultag…

 

 

Doch dass gerade nicht alles so normal läuft, lässt sich im Moment kaum bestreiten… Das Schuljahr begann mit Maskenpflicht – auch im Unterricht – was schon ganz schön lästig war, das Ganze zum Glück nur für zwei Wochen. Und dann begann der halbwegs normale Schulalltag, für mich allerdings nur für wenige Wochen… Denn nach kurzer Zeit gab es bereits den ersten Coronafall in unserer Jahrgangsstufe, das heißt durch das recht komplizierte System mit den Kursen statt Klassen wurde die ganze 12. Jahrgangsstufe nach Hause geschickt, ein Teil musste sich in häusliche Quarantäne begeben und ein paar waren nur vom Homeschooling betroffen, so eigentlich auch ich… Schon Homeschooling selbst war für mich eine Last, denn ich brauche daheim deutlich länger als in der Schule, was bedeutet, dass ich durchaus mal 10 Stunden an meinem Schreibtisch sitze und Arbeitsaufträge bearbeite, aber ich war doch ganz froh, dass ich mich durch andere Aktivitäten zumindest 2 mal die Woche hab ablenken können… Am Montag war ich schon wieder relativ gut gestimmt, weil in meinem Kopf immer der Gedanke hing, dass der Spuk am Donnerstag endlich enden mag, und ich somit am Freitag wieder zur Schule darf, auch wenn dann direkt eine Klausur angestanden wär, wobei mir das ziemlich egal war, weil ich mich wirklich sehr auf Schule freute.  All die Hoffnung, die ich hatte, wurde noch am selben Tag zerschmettert, denn da wurde klar, es gibt einen weiteren Fall, zu Beginn hielt ich es für einen dummen – absolut unlustigen – Scherz, doch leider war das nicht der Fall, denn der Fall wurde bestätigt und damit nun auch ich in Quarantäne geschickt, für mich bedeutete das nun noch eine Woche länger Unterricht daheim… und in Isolation… Damit habe ich für mich sehr viel verloren, Freiheiten verloren, die mir alles bedeuteten.. Die einzige Möglichkeit, wie ich es schaffte mich zumindest manchmal von der Schule zu distanzieren, wurde mir genommen…  Das Gefühlschaos war damit vorprogrammiert. – Stellt euch vor man nimmt euch Stück für Stück alles, was euch wichtig ist – Und genau so fühlte und fühle ich mich… Meine Tage verbringe ich fast durchgehend am PC oder iPad und widme mich ganz der Schule, denn alles andere wäre für mich gerade nicht tragbar. Denn mit all den Gedanken, der ganze Negativität, die mich so stark bedrückt, bin ich ganz allein. Und damit wurde mein bester Freund zu meinem größtem Feind – DIE SCHULE!

 

Doch auch all die Gefühle bringen uns in dieser Situation nicht weiter, es wird gerade wahrscheinlich einige geben, die sehr unter der Situation leiden, die glauben, dass keine Hoffnung mehr bleibt, doch das ist nur ein kleiner Abschnitt in unserem doch noch deutlich längeren Leben und auch diese doch sehr schwere Zeit werden wir überstehen und stärker daraus hervorgehen.

In der beschriebenen Situation wurden die Gefühle verdrängt, was nicht empfehlenswert ist, da diese einen früher oder später einholen.  Deshalb: Sollte jemand so stark unter der Situation leiden, dass er nicht weiter weiß, ist es durchaus möglich und auch gewollt sich Hilfe zu suchen! Niemand ist komplett allein, es wird immer Lehrer geben, die ein offenes Ohr haben! Oder Eltern, Freunde… In extremen Fällen ist auch eine professionelle Hilfe in Betracht zu ziehen!

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