Der Sudan- Was passiert dort gerade?

Im Sudan (Land in Nordafrika) tobt seit April 2023 ein Bürgerkrieg zwischen verschiedenen militärischen Gruppen, insbesondere die SAF (sudanesische Streitkräfte -> das sudanesische Militär) und RSF, „Rapid support Forces“, dieser Bürgerkrieg hat eine der schlimmsten humanitären Krisen in der ganzen Welt ausgelöst. Diese beinhaltet eine massive Hungersnot, welche Millionen von Menschen in Gefahr bringt, darunter ungefähr 770.000 schwer mangelernährte Kinder.

Der Konflikt ist der dritte große innere Krieg im Sudan und wurde durch jahrelange politische Instabilität und Militärherrschaft ausgelöst.

Außerdem können dort im Moment schätzungsweise 8 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen aufgrund des anhaltenden Konflikts, zunehmender Gewalt und der Zerstörung von Infrastruktur (Beschädigung physischer Strukturen, die für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft wichtig sind).

Das Gesundheitssystem im Sudan ist im Moment auch nicht optimal, da mehr als 80% der Krankenhäuser nicht funktionstüchtig sind aufgrund des dortigen Konflikts und ungefähr 11 Millionen Menschen, von der WHO (World Health Organisation) geschätzt, benötigen dort dringend medizinische Hilfe. Durch die Verbreitung von den Krankheiten wie zum Beispiel Cholera, (schwere Magen-Darm Krankheit, kann unbehandelt zum Tod führen) sind die Todesfälle angestiegen. Diese Vorfälle steigen, da die Menschen dort oft keinen Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Versorgung haben. Zudem sterben dort Schwangere, Gebärende und Wöchnerinnen (Frauen in der Zeit nach der Geburt) an vermeidbaren Krankheiten.

Die Hungersnot im Sudan ist eine der schlimmsten humanitären Krisen der Welt, die durch den anhaltenden Konflikt und die Vertreibung von Millionen von Menschen ausgelöst wird. Über 24,6 Millionen Menschen, also mehr als die Hälfte der sudanesischen Bevölkerung, leiden momentan an akuter Ernährungsunsicherheit. Der Grund dieser Hungersnot ist der andauernde Bürgerkrieg, dieser hat Millionen von Menschen vertrieben und viele von ihnen haben ihre Felder zurückgelassen und können nicht mehr anbauen oder ernten. Durch Angriffe auf Infrastrukturen, wie beispielsweise landwirtschaftliche Betriebe und die Zerstörung von Märkten, hat sich die Nahrungsmittelversorgung verschlechtert. Ein weiteres Kriterium ist die wirtschaftliche Instabilität, durch hohe Inflation (Steigen von Preisen von Waren und Dienstleistungen) und Verlust von Einkommen. In städtischen Gebieten sind Grundnahrungsmittel für viele nicht erreichbar. Aussagen von Experten zeigen, dass sich die Lage verschlimmern könnte, falls der Konflikt anhält, außerdem wird gewarnt, dass in den kommenden Monaten noch mehr Regionen von Hungersnot betroffen sein könnten, wenn nicht schnell genug gehandelt wird. Experten meinen, ein sofortiger Waffenstillstand und ungehinderter Zugang zu humanitärer Hilfe (kurzfristige Unterstützung von Menschen in Notlagen, die durch Krisen, Naturkatastrophen und Konflikte ausgelöst wird) seien entscheidend, um die Leben von Millionen von Menschen zu retten. Diese humanitäre Hilfe wird von Internationalen Organisationen wie UNICEF und dem WFP (Welternährungsprogramm) gefordert. Stark wird betont, dass lebensrettende Nahrungsmittel, Wasser und Medikamente notwendig sind um die Krise zu bewältigen. Besonders kritisch ist die Situation für Kinder, da viele von ihnen an akuter Mangelernährung leiden.

Mehr als 12 Millionen Menschen wurden aufgrund anhaltender Gewalt, humanitären Krisen und den Bürgerkrieg zur Flucht gezwungen, mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder. Auf der Flucht sind Kinder in Gefahr von ihren Eltern getrennt und Opfer von Menschenhandel, Gewalt und Ausbeutung zu werden. Der Bürgerkrieg im Sudan hat seit April 2023 zu einer der größten Vertreibungskrisen weltweit geführt. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Militärischen Gruppen, insbesondere die SAF und RSF, haben zu massiven Menschenrechtsverletzungen und eine unsichere Lebenssituation für die Zivilbevölkerung geführt. Die genannten Fluchtbewegungen sind nicht nur auf die  unmittelbare Gewalt zurückzuführen, sondern auch auf die Angst vor zukünftigen Konflikten. Viele von den betroffenen Geflüchteten haben erzählt, dass sie nicht mehr in den Sudan zurückkehren werden, selbst wenn wieder Frieden einkehrt, da sie befürchten, dass der Krieg in Zukunft erneut ausbrechen könnte.

Die geschlechtsspezifische Gewalt im Sudan ist ein ernstes humanitäres-politisches Problem, welches die Zivilgesellschaft und die Internationalen Organisationen stark belastet. Berichte zeigen, dass Frauen und Kinder sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind diese wird als Kriegswaffe verwendet.  Schätzungen zufolge sind ungefähr 6,9 Millionen Menschen von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht und die Zahl der Überlebenden, die Hilfe suchen, zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 ist um 288 Prozent gestiegen. Die sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung wird oft als Kriegswaffe verwendet und passiert teilweise vor Augen der Familienangehörigen. Es herrscht oft Zwangsheirat und sexuelle Versklavung,  insbesondere in von paramilitärischen Kräften (nicht staatliche Gruppen, die mit militärischen Geräten ausgestattet sind und eigenständig agieren, ohne Teil der regulären Streitkräfte eines Staates zu sein) kontrollierten Gebieten. Die UNICEF (United Nations international Children’s Emergency Fund ->Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen) dokumentierte im Jahr 2024 221 Fälle von sexualisierter Gewalt an Kindern, 66% davon waren weiblich. In über 80% der Bevölkerung wird weiterhing weibliche Genital-Verstümmelung (teilweise oder vollständige Verletzung oder Entfernung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane ohne medizinischen Grund, „FGM“) praktiziert, diese hat schwere medizinische Folgen und ungefähr 25% der Frauen und Mädchen sterben während dem Verfahren oder an den Folgen danach. Die Operation wird in der Regel an Mädchen im alter von 0 bis 15 Jahren durchgeführt, die Gründe für dieses Verfahren sind beispielsweise soziale, religiöse oder kulturelle Überzeugungen.

Die Gewalt gefährdet die Kinder im Sudan, bei den Kämpfen geraten die Kinder oft selbst unter Beschuss und werden schwer verletzt oder sogar getötet. Es kommt zu Angriffen auf Schulen oder zu sexualisierter Gewalt, die UNICEF hat in einem aktuellen Bericht festgestellt, dass bereits einjährige Kinder im Sudan vergewaltigt wurden.

Diese Berichte sind schockierend und zeigen noch mehr, wie wichtig es ist, dass das Thema Sudan angesprochen und den Menschen im Sudan geholfen wird.  Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie kann ich helfen? Es gibt sehr viele Spendenaktionen, die das gespendete Geld an den Sudan geben und den betroffenen Menschen helfen. Konkrete Beispiele für diese Aktionen sind: Nothilfe im Sudan – WelthungerhilfeSudan: Jetzt spenden & helfen. Aktion Deutschland HilftSudan-Krieg: Kinder im Sudan brauchen Hilfe! | UNICEF , Spendenaufruf für Sudan , Spendenaufruf Nothilfe Sudan und Südsudan: Misereor.  Wenn man keine direkten Spendenaktionen findet, kann man auch einfach mit einer Suchmaschine recherchieren mit den Schlüsselbegriffen „Spendenaktion Sudan Bürgerkrieg“.

Wie schon gesagt, das Thema ist sehr wichtig und es ist extrem relevant, dass wir zusammenhalten und das Thema nicht in den Hintergrund geraten lassen. Aus diesen Grund sollte man die Informationen und das Thema überall verbreiten, am besten unter Familie, Freunden oder Bekannten, vielleicht sogar in der Klasse. Man muss jedoch aufpassen dass man immer mit professionellen Quellen und richtigen Informationen arbeitet und sich gut informiert, da oft Fake News über den Krieg verbreitet werden. Ein großes Dankeschön an jeden, der sich die Zeit genommen hat, den Artikel zu lesen, sich zu informieren und vielleicht sogar mit der Hilfe eines Erwachsenen zu spenden!

Informationsquellen:  Krieg im Sudan (seit 2023) – Wikipedia  ,

Hintergründe, humanitäre Lage, Unterstützung, mehr zum Thema: Krieg im Sudan | Hintergrund aktuell | bpb.de

geschlechtsspezifische Gewalt: Press release: Alarmierende geschlechtsspezifische Gewalt im Sudan – UN Women Austria

missbrauch von Kindern im Sudan: Gewalt im Sudan: Bereits einjährige Kinder vergewaltigt | UNICEF

Genitalverstümmelung an Mädchen: Microsoft Word – Situation von Frauen im Sudan und Südsudan 2019.docx

Flüchtlinge und humanitäre Lage: Sudan Hungersnot: Alles zur Hungerkrise im Sudan | UNICEF , Flüchtlinge Südsudan: Über 4 Millionen Menschen geflüchtet

Hungersnot: Sudan Hungersnot: Alles zur Hungerkrise im Sudan | UNICEF

Bildquelle: Pixabay